Regel 20

15.06.2011 - 17:13
Aufnehmen, Fallenlassen und Hinlegen; Spielen von Falschem Ort
1. AUFNEHMEN UND KENNZEICHNEN
Ein Ball, der nach den Regeln aufzunehmen ist, darf vom Spieler, seinem Partner oder einer vom Spieler ermächtigten anderen Person aufgenommen werden. Für irgendeinen Regelverstoß ist dabei in jedem dieser Fälle der Spieler verantwortlich.
Ist der aufzunehmende Ball anschließend nach einer Regel zurückzulegen, so muss seine Lage vorher gekennzeichnet werden.
Wurde sie nicht gekennzeichnet, so zieht sich der Spieler eine Strafe von einem Schlag zu, und der Ball muss zurückgelegt werden. Wird er nicht zurückgelegt, so zieht sich der Spieler die Grundstrafe für Verstoß gegen jene Regel, jedoch keine zusätzliche Strafe nach Regel 20-1 zu.
Wird ein Ball oder ein Ballmarker beim Aufnehmen des Balls nach einer Regel oder beim Kennzeichnen seiner Lage versehentlich bewegt, so muss der Ball bzw. der Ballmarker zurückgelegt werden. Dies ist straflos, sofern das Bewegen von Ball oder Ballmarker unmittelbar auf die eigentliche Handlung von Kennzeichnen der Lage oder Aufnehmen des Balls zurückzuführen ist. Anderenfalls zieht sich der Spieler einen Strafschlag nach dieser Regel oder Regel 18-2a zu.

Ausnahme: Zieht sich ein Spieler Strafe zu, weil er nicht in Übereinstimmung mit Regel 5-3 oder 12-2 verfahren ist, so kommt keine weitere Strafe nach Regel 20-1 hinzu.

Anmerkung: Die Lage eines aufzunehmenden Balls sollte dadurch gekennzeichnet werden, dass ein Ballmarker, eine kleine Münze oder ein ähnlicher Gegenstand unmittelbar hinter den Ball gelegt wird. Behindert der Ballmarker Spiel, Standposition oder Schlag eines anderen Spielers, so sollte er um eine oder mehrere Schlägerkopflängen nach einer Seite verlegt werden.

2. FALLENLASSEN UND ERNEUETES FALLENLASSEN
a) Durch wen und wie
Ein Ball, der nach den Regeln fallen zu lassen ist, muss vom Spieler selbst fallen gelassen werden. Der Spieler muss aufrecht stehen, mit ausgestrecktem Arm den Ball in Schulterhöhe halten und ihn fallen lassen. Wird der Ball von einer anderen Person oder auf andere Weise fallen gelassen und dieser Fehler nicht wie in Regel 20-6 vorgesehen, korrigiert, so zieht sich der Spieler einen Strafschlag zu.
Berührt der Ball, wenn er fallen gelassen wird, irgendeine Person oder die Ausrüstung irgendeines Spielers, bevor oder nachdem er auf einen Teil des Platzes auftrifft und bevor er zur Ruhe kommt, so muss der Ball straflos erneut fallen gelassen werden. Wie oft ein Ball unter den beschriebenen Umständen erneut fallen zu lassen ist, unterliegt keiner Beschränkung. (Beeinflussung von Lage oder Bewegung eines Balls – siehe Regel 1-2.)
b) Wo fallen lassen
Ist ein Ball so nahe wie möglich einer bestimmten Stelle fallen zu lassen, so darf er nicht näher zum Loch als die bestimmte Stelle fallen gelassen werden, wobei die Stelle geschätzt werden muss, falls sie dem Spieler nicht genau bekannt ist.
Ein Ball muss beim Fallenlassen zuerst dort auf einem Teil des Platzes auftreffen, wo er nach der anwendbaren Regel fallen zu lassen ist. Wird er nicht so fallen gelassen, gelten Regeln 20-6 und 20-7.
c) Wann erneut fallen lassen
Ein fallen gelassener Ball muss straflos erneut fallen gelassen werden, wenn er
(I) in ein Hindernis hineinrollt und im Hindernis zur Ruhe kommt;
(II) aus einem Hindernis hinausrollt und außerhalb zur Ruhe kommt;
(III) auf ein Grün rollt und auf dem Grün zur Ruhe kommt;
(IV) ins Aus rollt und im Aus zur Ruhe kommt;
(V) in eine Lage rollt und dort zur Ruhe kommt, wo Behinderung durch den Umstand gegeben ist, von dem nach Regel 24-2b (unbewegliches Hemmnis), Regel 25-1 (ungewöhnlich beschaffener Boden), Regel 25-3 (falsches Grün) oder nach einer Platzregel (Regel 33-8a) Erleichterung in Anspruch genommen wurde, oder in das Balleinschlagloch zurückrollt, aus dem er nach Regel 25-2 (eingebetteter Ball) aufgenommen wurde;
(VI) weiter als zwei Schlägerlängen von der Stelle wegrollt und zur Ruhe kommt, an der er zuerst auf einem Teil des Platzes auftraf oder
(VII) näher zum Loch rollt und zur Ruhe kommt als
a) seine ursprüngliche oder geschätzte Lage (siehe Regel 20-2b), sofern dies nicht anderweitig nach den Regeln gestattet ist, oder
b) der nächstgelegene Punkt der Erleichterung oder der größten erzielbaren Erleichterung (Regel 24-2, 25-1 oder 25-3), oder
c) der Punkt, an dem der ursprüngliche Ball zuletzt die Grenze des Wasserhindernisses oder seitlichen Wasserhindernisses gekreuzt hat (Regel 26-1).
Rollt der erneut fallen gelassene Ball in eine Lage wie oben aufgezählt, so muss er so nahe wie möglich der Stelle hingelegt werden, an der er zuerst auf einem Teil des Platzes auftraf, als er erneut fallen gelassen wurde.

Anmerkung 1: Kommt ein fallen gelassener oder erneut fallen gelassener Ball zur Ruhe und bewegt sich anschließend, so muss der Ball gespielt werden, wie er liegt, es sei denn, die Vorschriften einer anderen Regel finden Anwendung.

Anmerkung 2: Ist ein Ball, der nach dieser Regel erneut fallen zu lassen oder hinzulegen ist, nicht sofort wiederzuerlangen, darf ein anderer Ball eingesetzt werden.
(Benutzung von Drop-Zonen – siehe Anhang I, Teil B, Abschnitt 8)

3. HINLEGEN UND ZURÜCKLEGEN
a) Durch wen und wohin
Ein Ball, der nach den Regeln hinzulegen ist, muss vom Spieler oder seinem Partner hingelegt werden. Ist ein Ball zurückzulegen, so müssen ihn der Spieler, sein Partner oder die Person, die ihn aufgenommen oder bewegt hatte, an die Stelle legen, an der er aufgenommen oder bewegt worden war. Wird der Ball durch eine andere Person hin- oder zurückgelegt und der Fehler nicht wie in Regel 20-6 vorgesehen, korrigiert, zieht sich der Spieler einen Strafschlag zu. In jedem dieser Fälle ist der Spieler dabei für jeden anderen Regelverstoß verantwortlich, der aufgrund des Hin- oder Zurücklegens des Balls geschieht.
Wird ein Ball oder ein Ballmarker beim Hin- oder Zurücklegen des Balls versehentlich bewegt, so muss der Ball bzw. der Ballmarker zurückgelegt werden. Dies ist straflos, sofern das Bewegen von Ball oder Ballmarker unmittelbar auf die eigentliche Handlung von Hin- oder Zurücklegen des Balls oder Fortbewegen des Ballmarkers zurückzuführen ist. Anderenfalls zieht sich der Spieler einen Strafschlag nach Regel 18-2a oder 20-1 zu. Wird ein zurückzulegender Ball an eine andere Stelle gelegt als die, von der er aufgenommen oder bewegt worden war und wird der Fehler nicht wie in Regel 20-6 vorgesehen, korrigiert, so zieht der Spieler sich die Grundstrafe von Lochverlust im Lochspiel oder zwei Schläge im Zählspiel, für einen Verstoß gegen die anwendbare Regel zu.

b) Lage eines hin- oder zurückzulegenden Balls verändert
Wurde die ursprüngliche Lage eines hin- oder zurückzulegenden Balls verändert, so muss
(I) außer in einem Hindernis, der Ball in die nächste, der ursprünglichen möglichst ähnliche Lage, hingelegt werden, nicht weiter als eine Schlägerlänge von der ursprünglichen Lage entfernt, nicht näher zum Loch und nicht in einem Hindernis;
(II) in einem Wasserhindernis der Ball in Übereinstimmung mit obiger Ziffer (I) hingelegt werden, jedoch in dem Wasserhindernis;
(III) in einem Bunker die ursprüngliche Lage so gut wie möglich wieder hergestellt und der Ball in diese Lage hingelegt werden.

c) Stelle nicht feststellbar
Ist es nicht möglich, die Stelle festzustellen, an die der Ball hinzulegen oder zurückzulegen ist, so muss
(I) im Gelände der Ball so nahe wie möglich dem Ort, an dem er gelegen hatte, fallen gelassen werden, aber nicht in einem Hindernis oder auf einem Grün;
(II) in einem Hindernis der Ball so nahe wie möglich dem Ort, an dem er gelegen hatte, in dem Hindernis fallen gelassen werden;
(III) auf dem Grün der Ball so nahe wie möglich dem Ort, an dem er gelegen hatte, hingelegt werden, aber nicht in einem Hindernis.

Ausnahme: Wenn das Spiel wieder auf- genommen wird (Regel 6-8d) und die Stelle nicht bestimmt werden kann, an die der Ball hingelegt werden muss, so muss diese Stelle geschätzt werden und der Ball muss an die geschätzte Stelle hingelegt werden.

d) Ball kommt nicht an Stelle zur Ruhe
Kommt ein Ball, der hingelegt wurde, nicht an der Stelle zur Ruhe, an der er hingelegt wurde, so ist das straflos und der Ball muss zurückgelegt werden. Bleibt er abermals an jener Stelle nicht liegen, so muss er
(I) außer in einem Hindernis, an der nächsten Stelle hingelegt werden, an der er beim Hinlegen in Ruhe bleibt, nicht näher zum Loch und nicht in einem Hindernis;
(II) in einem Hindernis an der nächsten Stelle in dem Hindernis hingelegt werden, an der er beim Hinlegen in Ruhe bleibt, nicht näher zum Loch. Kommt ein hingelegter Ball an der Stelle zur Ruhe, an der er hingelegt wurde, und bewegt sich anschließend, so ist dies straflos, und der Ball muss gespielt werden, wie er liegt, es sei denn, die Vorschriften einer anderen Regel finden Anwendung.

STRAFE FÜR VERSTOSS GEGEN REGEL 20-1, 20-2 ODER 20-3:
Lochspiel — Lochverlust;
Zählspiel — Zwei Schläge.

4. FALLEN GELASSENER ODER HINGELEGTER BALL IM SPIEL
War des Spielers Ball im Spiel aufgenommen worden, so ist er wieder im Spiel, sobald er fallen gelassen oder hingelegt wurde.
Ein Ball, der einen anderen Ball ersetzt, wird Ball im Spiel, sobald er fallen gelassen oder hinge- legt wurde.
(Nicht korrektes Ersetzen eines Balls – siehe Regel 15-2.)
(Nicht korrekt neu eingesetzten, fallen gelassenen oder hingelegten Ball aufnehmen – siehe Regel 20-6.)

5. NÄCHSTER SCHLAG VON DER STELLE EINES VORHERGEGANGENEN MACHEN
Will oder muss ein Spieler seinen nächsten Schlag von dort machen, wo ein vorhergegangener Schlag gemacht worden war, so muss er folgendermaßen verfahren:
a) Auf dem Abschlag: Der zu spielende Ball muss von innerhalb des Abschlags gespielt werden. Er darf von überall innerhalb des Abschlags gespielt werden und darf aufgesetzt werden.
b) Im Gelände: Der zu spielende Ball muss fallen gelassen werden und muss beim Fallenlassen zuerst auf einem Teil des Platzes im Gelände auftreffen.
c) Im Hindernis: Der zu spielende Ball muss fallen gelassen werden und muss beim Fallenlassen zuerst auf einem Teil des Platzes in dem Hindernis auftreffen.
d) Auf dem Grün: Der zu spielende Ball muss auf dem Grün hingelegt werden. STRAFE FÜR VERSTOSS GEGEN REGEL 20-5:
Lochspiel — Lochverlust;
Zählspiel — Zwei Schläge.

6. NICHT KORREKT NEU EINGESETZTEN, FALLEN GELASSENEN ODER HINGELEGTEN BALL AUFNEHMEN
Ein nicht korrekt neu eingesetzter sowie ein an falschem Ort oder sonst wie nicht in Übereinstimmung mit den Regeln fallen gelassener oder hingelegter, aber nicht gespielter Ball darf straflos aufgenommen werden, und der Spieler muss anschließend korrekt verfahren.

7. VOM FALSCHEM ORT SPIELEN
a) Allgemeines
Ein Spieler hat von einem falschen Ort gespielt, wenn er einen Schlag nach seinem Ball im Spiel macht:
(I) von einem Teil des Platzes, von dem die Regeln das Spielen eines Schlags untersagen oder an dem ein Ball nicht fallen gelassen oder hingelegt werden darf, oder
(II) wenn die Regeln verlangen, einen fallen gelassenen Ball erneut fallen zu lassen bzw. einen bewegten Ball zurückzulegen.
Anmerkung: Ball von außerhalb des Abschlags oder von falschem Abschlag abgespielt – siehe Regel 11-4.

b) Lochspiel
Macht ein Spieler einen Schlag von einem falschen Ort, so verliert er das Loch.
Ist „alles zu spät" und der Fehler aus der Regel 20-2 (Fallenlassen und erneutes Fallenlassen) oder 20-3 (Hinlegen und Zurücklegen) wurde nicht rechtzeitig korrigiert, gilt Regel 20-7. c) Zählspiel Macht ein Bewerber einen Schlag von einem falschen Ort, so zieht er sich die Strafe von zwei Schlägen nach der anwendbaren Regel zu. Er muss das Loch mit dem vom falschen Ort gespielten Ball zu Ende spielen, ohne seinen Fehler zu beheben, vorausgesetzt, er hat keinen schwerwiegenden Verstoß begangen (siehe Anmerkung 1).
Wird sich ein Bewerber nach dem Spielen vom falschen Ort dieser Tatsache bewusst und nimmt an, es könne sich um einen schwerwiegenden Verstoß handeln, so muss er, bevor er einen Schlag auf dem nächsten Abschlag macht, das Loch mit einem zweiten Ball zu Ende spielen, der in Übereinstimmung mit den Regeln gespielt wurde. Wenn das gespielte Loch das letzte Loch der Runde ist, muss er vor dem Verlassen des Grüns seine Absicht erklären, das Loch mit einem zweiten Ball zu Ende zu spielen, der in Übereinstimmung mit den Regeln gespielt wurde.
Hat der Bewerber einen zweiten Ball gespielt, so muss er den Sachverhalt der Spielleitung melden, bevor er seine Zählkarte einreicht; versäumt er dies, so ist er disqualifiziert. Die Spielleitung muss feststellen, ob der Bewerber einen schwerwiegenden Verstoß gegen die anwendbare Regel begangen hat. Ist dies der Fall, so gilt die Schlagzahl mit dem zweiten Ball und der Bewerber muss seiner Schlagzahl mit dem zweiten Ball zwei Strafschläge hinzurechnen. Wenn der Bewerber einen schwerwiegenden Verstoß begangen hatte und ihn nicht wie oben angegeben behoben hat, so ist er disqualifiziert.

Anmerkung 1: Ein Bewerber hat einen schwerwiegenden Verstoß gegen die anwendbare Regel begangen, wenn die Spielleitung der Meinung ist, dass er sich durch das Spielen vom falschen Ort einen bedeutenden Vorteil verschafft hat.

Anmerkung 2: Spielt ein Bewerber einen zweiten Ball nach Regel 20-7c und es wird entschieden, dass dieser nicht zählt, so bleiben Schläge mit diesem Ball und Strafschläge, die nur beim Spielen dieses Balls anfielen, außer Betracht. Wird entschieden, dass der zweite Ball zählt, so bleiben der Schlag vom falschen Ort sowie darauf folgende Schläge mit dem ursprünglichen Ball einschließlich Strafschläge, die nur beim Spielen des ursprünglichen Balls anfielen, außer Betracht.

Anmerkung 3: Zieht sich ein Spieler eine Strafe für das Spielen eines Schlags vom falschen Ort zu, so fällt keine zusätzliche Strafe für das unerlaubte Ersetzen eines Balls an.
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