Regel 33

15.06.2011 - 15:00
Die Spielleitung
1. AUSSCHREIBUNG; AUßERKRAFTSETZUNG VON GOLFREGELN
Die Spielleitung muss die Bedingungen festlegen, unter denen ein Wettspiel gespielt wird.
Die Spielleitung ist nicht befugt, eine Golfregel außer Kraft zu setzen. Bestimmte Zählspielregeln sind von den Lochspielregeln so verschieden, dass die Verbindung beider Spielformen weder durchführbar noch zulässig ist. Das Ergebnis eines Lochspiels gespielt unter diesen Umständen ist ungültig, und die Bewerber sind für das Zählwettspiel disqualifiziert.
Im Zählspiel darf die Spielleitung die Aufgaben eines Platzrichters einschränken.

2. DER PLATZ
a) Festlegung der Platz- und anderen Grenzen
Die Spielleitung muss genau bezeichnen
(I) den Platz und das Aus;
(II) die Grenzen von Wasserhindernissen und seitlichen Wasserhindernissen;
(III) Boden in Ausbesserung;
(IV) Hemmnisse und Bestandteile des Platzes.

b) Neue Löcher
Neue Löcher sollten an dem Tage, an dem ein Zählwettspiel beginnt, und im Übrigen nach Ermessen der Spielleitung gesetzt werden, wobei sicherzustellen ist, dass alle Bewerber in einer bestimmten Runde alle Löcher an gleicher Stelle spielen.

Ausnahme: Ist es unmöglich, ein beschädigtes Loch so wieder herzustellen, dass es der Erklärung „Loch“ entspricht, so darf die Spielleitung in naher, gleichartiger Lage, ein neues Loch setzen lassen.

c) Übungsfläche Wo eine Übungsfläche außerhalb der Fläche eines Wettspielplatzes nicht zur Verfügung steht, sollte die Spielleitung, wenn durchführbar, die Fläche bestimmen, auf der Spieler an jedem Tag eines Wettspiels üben dürfen. Im Regelfall sollte die Spielleitung an keinem Tag eines Zählwettspiels das Spielen auf einem bzw. auf ein Grün oder aus einem Hindernis des Wettspielplatzes gestatten.
d) Platz unbespielbar Sind die Spielleitung oder deren Befugte der Auffassung, dass der Platz aus irgendeinem Grund unbespielbar oder nach den Umständen ordnungsgemäßes Spielen unmöglich ist, so darf sie im Lochspiel oder Zählspiel eine zeitlich begrenzte Spielaussetzung anordnen oder im Zählspiel das Spiel für nichtig erklären und die Schlagzahlen der betreffenden Runde annullieren. Wird eine Runde annulliert, so sind auch sämtliche Strafen dieser Runde annulliert.
(Verfahren bei Spielunterbrechung und Wiederaufnahme des Spiels – siehe Regel 6-8.)

3. ABSPIELZEITEN UND SPIELERGRUPPEN
Die Spielleitung muss die Abspielzeiten festlegen und im Zählspiel die Gruppen aufstellen, in denen die Bewerber spielen müssen. Wird ein Lochspielwettbewerb über einen längeren Zeitraum ausgetragen, so legt die Spielleitung die Frist fest, innerhalb der jede Runde beendet sein muss. Ist den Spielern gestattet, den Termin ihres Lochspiels innerhalb dieser Fristen frei zu vereinbaren, so sollte die Spielleitung ankündigen, dass das Lochspiel zur festgesetzten Zeit am letzten Tag der Frist gespielt werden muss, sofern sich die Spieler nicht auf einen früheren Termin einigen.

4. VORGABENVERTEILUNG
Die Spielleitung muss die Verteilung der Vorgaben auf die Löcher bekannt geben.

5. ZÄHLKARTE
Im Zählspiel muss die Spielleitung für jeden Bewerber eine Zählkarte mit Datum und dem Namen des Bewerbers bzw. im Vierer- oder Vierball-Zählspiel die Namen der Bewerber ausgeben. Im Zählspiel ist die Spielleitung für das Zusammenzählen der Schlagzahlen und die Anrechnung der auf der Karte eingetragenen Vorgabe verantwortlich. Im Vierball-Zählspiel ist die Spielleitung für die Wertung des besseren Balls pro Loch und für die Anrechnung der auf der Zählkarte eingetragenen Vorgaben sowie für das Zusammenzählen der Schlagzahlen des besseren Balls verantwortlich.
In Par- und Stableford-Wettspielen ist die Spielleitung für die Anrechnung der auf der Zählkarte eingetragenen Vorgabe und für die Feststellung des Ergebnisses an jedem Loch sowie des Gesamtergebnisses bzw. des Gesamtpunktergebnisses verantwortlich.

6. ENTSCHEIDUNGEN BEI GLEICHEN ERGEBNISSEN
Die Spielleitung muss Art, Tag und Stunde des Stechens bei halbiertem Lochspiel oder Gleichstand im Zählspiel sowie Stechen mit oder ohne Vorgabe ankündigen.
Bei halbiertem Lochspiel darf nicht durch Zählspiel gestochen werden. Bei Gleichstand im Zählspiel darf nicht durch Lochspiel gestochen werden.

7. STRAFE DER DISQUALIFIKATION; ERMESSEN DER SPIELLEITUNG
Eine Strafe der Disqualifikation darf in besonders gelagerten Einzelfällen aufgehoben, abgeändert oder verhängt werden, wenn es die Spielleitung für gerechtfertigt hält.
Keinerlei geringere Strafe als Disqualifikation darf aufgehoben oder abgeändert werden.
Ist die Spielleitung der Meinung, dass ein Spieler einen schwerwiegenden Etiketteverstoß begangen hat, so darf sie die Strafe der Disqualifikation nach dieser Regel verhängen.

8. PLATZREGELN
a) Grundsätzliches
Die Spielleitung darf Platzregeln für örtlich außergewöhnliche Umstände erlassen, sofern sie mit den Grundsatzbestimmungen, wie sie aus dem Anhang I dieser Golfregeln hervorgehen, vereinbar sind.
b) Außerkraftsetzen oder Abändern einer Regel
Eine Golfregel darf nicht durch eine Platzregel außer Kraft gesetzt werden. Beeinträchtigen jedoch örtlich außergewöhnliche Umstände reguläres Golfspielen in einem Ausmaß, dass von der Spielleitung die Abänderung von Regeln durch eine Platzregel als erforderlich erachtet wird, so muss für diese Platzregel die Zustimmung des R&A (über den Deutschen Golf Verband) eingeholt werden.
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