Spielregeln und Strafen

22.06.2011 - 17:19
Die Strafbank wartet
Im Eishockey ist es zulässig, den Puck mit Hilfe des Schlittschuhs fortzubewegen, sofern nicht durch direktes Kicken ein Tor erzielt wird. Den Puck mit dem Stock über Schulterhöhe (hoher Stock) zu spielen ist unzulässig – es ist aber erlaubt, den Puck mit der Hand zu stoppen.
Handpässe und durch Handpässe erzielte Tore sind verboten. Ausnahme ist der Handpass im eigenen Verteidigungsdrittel. Hier darf auch mit der Hand ein Pass gegeben werden, solange der Puck auch im Verteidigungsdrittel angenommen wird. Der Puck darf in eigener Unterzahl jedoch mit der Hand aus der Verteidigungszone "geschlagen" werden.
Ein Tor gilt nur, wenn der Puck die Torlinie in vollem Durchmesser überquert und der Schiedsrichter den Puck hinter der Torlinie gesehen hat. Kann nicht mit Sicherheit eine Aussage darüber getroffen werden, ob der Puck tatsächlich die Torlinie in vollem Durchmesser überschritten hat, so ist auf „kein Tor“ zu entscheiden. Sofern das Spiel aufgezeichnet wird, darf der Schiedsrichter den Videobeweis zu Hilfe nehmen.

Strafen werden vom Schiedsrichter unter anderem für folgendes Verhalten ausgesprochen:
Behinderung (interference)
Beinstellen (tripping)
Hoher Stock (high-sticking)
Haken (hooking)
Angriff gegen das Knie (kneeing)
Spielverzögerung (delay of game, zum Beispiel absichtliches Verschieben des Tores)
unkorrekte Ausrüstung (zum Beispiel Spielen ohne Helm (nicht in der NHL) oder Spielen mit gebrochenem Stock)
Stockschlag (slashing)
Stockstich (spearing)
Stockendstoß (butt-ending)
Bandencheck (boarding)
Cross-Check (auch Stock-Check)
Check von hinten (checking from behind)
Check gegen den Kopf (checking to the head)
Ellbogencheck (elbowing)
zu viele Spieler auf dem Eis (Wechselfehler / too many men on ice)
Unsportliches Verhalten (zum Beispiel Schwalben, unsportsmanlike conduct)
Übertriebene Härte (roughing)
Unerlaubter Körperangriff (charging)
Schiedsrichterkritik (misconduct)
Halten (Holding) usw.

Für jede Strafe gibt es ein spezielles Handzeichen, mit dem der Schiedsrichter die Strafe anzeigt. Die Höhe der Strafe bestimmt der Schiedsrichter. Sieht der Schiedsrichter ein Foul, zeigt er das durch Heben des Arms an, das Spiel läuft jedoch so lange weiter, bis die Mannschaft, gegen die die Strafe ausgesprochen wird, in Puck-Besitz gelangt. Erzielt die Mannschaft, gegen die das Foul begangen wurde, in dieser Phase ein Tor, ist die Strafe hinfällig.
Mögliche Strafen und Strafzeiten :
kleine Strafe (2 min)
kleine Bankstrafe (2 min gegen die Mannschaft) Disziplinarstrafe (10 min)
Spieldauer-Disziplinarstrafe (Restausschluss, Eintrag im Spielbericht: 20 min)
Matchstrafe (5 min + Restausschluss und mindestens eine Spielsperre, Eintrag im Spielbericht: 25 min)
Strafschuss (Penalty)

Die Strafen werden auf der Strafbank abgesessen (außer Penalty). Eine Ausnahme bildet der Torhüter. Er geht nie auf die Strafbank, sondern wird bei kleinen Strafen oder der ersten Disziplinarstrafe durch einen anderen Spieler vertreten, der zur Zeit des Vergehens auf dem Eis war. Bei einer großen Strafe oder der zweiten Disziplinarstrafe wird der Torhüter umgehend vom Rest des Spiels ausgeschlossen.
Die kleine, große und Disziplinarstrafe wird von dem Spieler auf der Strafbank abgesessen, gegen den die Strafe ausgesprochen wurde. Somit entsteht meistens eine 5 gegen 4 Spielsituation ( Power-Play ). Disziplinar- und Matchstrafen werden meist in Kombination mit einer kleinen oder großen Strafe (zum Beispiel 2 min + 10 Disziplinarstrafe) ausgesprochen. In diesem Fall muss ein zweiter Spieler die kleine oder große Strafe parallel absitzen. Ist diese Strafe abgelaufen, darf die Mannschaft am Eis wieder vollzählig spielen, muss aber auf den bestraften Spieler bis zum Ablauf der Disziplinarstrafe verzichten. Gelingt der in Überzahl spielenden Mannschaft ein Tor, darf der Spieler, der eine kleine Strafe verbüßt, sofort wieder auf das Eis.

Wird gegen beide Mannschaften gleichzeitig eine gleiche Anzahl von Strafen ausgesprochen, so müssen die betreffenden Spieler zwar die Strafe auf der Strafbank absitzen, die beiden Mannschaften bleiben aber am Feld in der gleichen Spielstärke wie vor den Vergehen. Einzige Ausnahme: Beide Mannschaften spielen in voller Stärke und beide Mannschaften erhalten genau je eine kleine Strafe - in diesem Fall wird mit vier gegen vier Feldspielern weitergespielt. Eine Mannschaft kann durch Strafen nie auf weniger als drei Feldspieler reduziert werden.
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